Orthomolekular

Orthomolekular

Orthomolekular - das klingt manchmal wie ein neues Zauberwort. Aber was verbirgt sich dahinter?

"Orthomolekular" besteht aus dem griechischen Wort "orthos" was "richtig, gut" bedeutet und dem lateinischen Wort "molecula" was Baustein bedeutet.

Daraus hat sich in letzter Zeit ein Zweig in der Medizin gebildet. Dort geht man davon aus, dass alle Stoffwechselprozesse nur dann richtig ablaufen können, wenn alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge vorhanden sind. Ziele der Orthomolekularen Medizin sind die Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit. Die Vorbeugung, auch in Bezug auf chronische Krankheiten, ist wohl eines der edelsten Ziele. Erreicht werden soll dies durch Zufuhr von notwendigen Vitalstoffen.

Aber ist das wirklich so einfach - richtige Ernährung = Gesundheit?

Betrachten wir einige Dinge, welche sich auf "orthomolekularer Ebene" abspielen.

Eine Zelle ist ähnlich wie eine Stadt aufgebaut.

In der Zeitschrift Newsweek wird folgende Veranschaulichung verwendet, um eine Vorstellung von den Vorgängen in der Zelle zu vermitteln: "Jede dieser 100 Billionen Zellen funktioniert wie eine ummauerte Stadt. Kraftwerke erzeugen für die Zelle Energie. Fabriken erzeugen Proteine - unerlässliche Güter für den chemischen Handelsverkehr. Umfangreiche Transportsysteme befördern bestimmte Chemikalien innerhalb der Zelle von einem Punkt zum andern und auch nach aussen. An den Grenzübergängen kontrollieren Wachposten den Export und Import und überprüfen die Aussenwelt auf Anzeichen von Gefahr. Es stehen disziplinierte biologische Streitkräfte bereit, um gegen Eindringlinge vorzugehen. Eine zentrale genetische Regierung erhält die Ordnung aufrecht."

Rathaus - Zellkern

Stadtmauer - Zellmembran

 

Kraftwerke - Mitochondrien

 

Fabriken - Ribosomen

Kurierdienst - Boten-RNS

 

 

Logistik - Golgi-Apparat

 

Lager und Verkehr - Endoplasmitisches Retikulum

 

Steuerungszentrum der Zelle

Die Hülle, an der kontroliert wird, was in die Zelle hineinkommt und was sie verlässt.

Produzieren ATP-Moleküle, die Energieträger der Zelle.

Hier werden aus Aminosäuren Eiweisse hergestellt.

Damit ein Gen umgesetzt wird in ein Eiweiss, muss die genetische Information - die DNS - zunächst kopiert werden in RNS. Diese Boten-RNS wandert in die Eiweissfabrik der Zelle, dort wird das entsprechende Eiweiss hergestellt.

Verpacken und verteilen der hergestellten Eiweisse.

Lagerung und Transport der Eiweisse

Nun stellen Sie sich vor welche Auswirkungen es in einer Stadt hätte, wenn bestimmte Prozesse nicht wie vorgesehen ablaufen.

  • Der Nahverkehr streikt, die Arbeiter kommen nicht zur Fabrik, bestimmte Bedarfsgüter werden nicht produziert und stehen nicht zur Verfügung.
  • Die Kraftwerke stehen still und es gibt kaum Strom. Es ist zwar genug Kohle da aber das interne Transportsystem ist ausgefallen, weil Ersatzteile fehlen.
  • Die Müllabfuhr arbeitet nicht, weil kein Fahrzeug mehr über intakte Reifen verfügt. Man wartet schon seit Wochen auf die Lieferung neuer Reifen.
  • Die Polizei kann ihre Aufgaben nur sehr unzureichend nachkommen, weil die Zahl der Polizisten drastisch abgenommen hat. Die Alten gehen in den Ruhestand, neue gibt es kaum, da keine Bewerber zur Ausbildung da sind.
  • Im Rathaus können wichtige Projekte nicht voran gebracht werden, weil es an Papier und Schreibmaterial sowie sonstiger Büroausrüstung auf Grund eines Engpasses fehlt.
  • Die Wasserversorgung ist zusammengebrochen, weil es für die überalterten Leitungen nicht ausreichend Ersatz gibt.
  • Wichtige Reserven der Stadt sind vernichtet, weil ein Sturm die maroden Lagerhallen zerstört hat. Die Hallen waren seit Jahren baufällig.

Und, und, und.... lassen Sie Ihre Phantasie spielen, wenn Sie diese Beispiele auf die Zelle umlegen.

Und wenn Sie das haben, dann bedenken Sie - im menschlichen Körper gibt es davon
ca. 100 BILLIONEN! ( 100 000 000 000 000 ) Und diese müssen auch noch untereinander zusammenarbeiten !

Hier greift wirklich ein Rad ins andere und "Kleinigkeiten" in der "Materialfrage"" können sehr drastische Auswirkungen haben!

Beispiel: Carnitin nimmt die Fettzellen und bringt sie zur Verbrennung in die Kraftwerke der Zelle. Damit der Körper aber Carnitin aufbauen kann, braucht er unbedingt Vitamin C . Ist dieses nicht in ausreichender Menge vorhanden, wird kein Carnitn produziert, die Fettzellen kommen nicht in die "Kraftwerke" und liegen irgendwo herum! Fett wird also nicht verbrannt, sondern angesetzt.

Beispiel: So ungewöhnlich wie extrem ist folgende Geschichte. In den USA haben Studenten eine Wette gemacht, wieviel Wasser man wohl trinken könne. In kurzer Zeit hat ein Student weit über 15 Liter getrunken. Er ist daran gestorben! Warum? Diese Wassermengen spülen Mineralien aus dem Blut unter anderem auch Natrium. Dadurch entsteht ein extremes Konzentrationsgefälle zwischen dem Natriumgehalt im Blut und innerhalb der Zellen. Aufgrund dessen schiesst Wasser in die Zellen und bringt diese zum platzen. Vor allem Gehirnzellen waren davon betroffen - das war der Tod dieses Studenten.

Auch wenn so etwas ein Extremfall ist, zeigt er doch welche Kräfte auf der molekularen Ebene wirken. Und er zeigt auch, welche Bedeutung die "Materialfrage" hat. Was immer das Gleichgewicht auf dieser Ebene stört, beeinträchtigt uns in unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit. Traurig ist, dass meist nur solche Extremfälle, wie der des Studenten Beachtung finden, aufgrund des plötzlichen, tragischen Ausgangs.

Wenn Menschen jahrelang ihr inneres stoffliches Gleichgewicht durcheinander bringen, sich mit vielen Erkrankungen herumschlagen, bis sie endlich das gleiche Ziel erreicht haben, wie der Student, scheint das kaum jemand zu stören. Jeder würde ablehnen, den Studenten nachzuahmen, wenn er den Ausgang kennt. Eine unzureichende Versorgung unseres Körpers mit Vitalstoffen hat denselben Ausgang - ein vermeidbarer, vorzeitiger Tod und bis dahin viele gesundheitliche Probleme!

Sterben will keiner, aber der Tod, wenn er auf Raten ist, ist in unserer Gesellschaft anerkannt!

Verfasser bekannt